Almhaus im Lungau
Um- und Zubau von drei unabhängigen Wohneinheiten
Raue Schale- feiner Kern
Durch den behutsamen Um- und Zubau eines bestehenden Holzhauses im alpinen Landschaftsschutzgebiet entstanden drei eigenständige Wohneinheiten zur Feriennutzung. Der Entwurf bewahrt den Charakter des geliebten „Hütterls“ und fügt das zusätzliche Raumvolumen durch eine versetzte, gestaffelte Anordnung der Baukörper sensibel in das steile Gelände ein.
Äußerlich tritt das Bauwerk bewusst zurück und begegnet der besonderen alpinen Lage mit großem Respekt.
Der bestehende Blockbau sowie das Dach wurden mit Zellulose hoch wärmegedämmt – ein konstruktiver Aufbau mit ausgezeichneter Ökobilanz. Die Außenhülle ist mit unbehandelten, vertikalen Lärchenbrettern verkleidet, das Dach mit grauen, glatten Tonziegeln gedeckt.
Seine eigentliche Qualität entfaltet das Haus im Inneren: Böden, Wände, Türen und Decken sind sorgfältig mit unbehandeltem, sägerauem Eschenholz getäfelt. Die handwerklich präzise Ausführung erzeugt eine warme Atmosphäre und ein unmittelbares Gefühl von Behaglichkeit.
Großzügig gesetzte Öffnungen bringen viel Tageslicht in die Räume und eröffnen beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Holz-Alu-Fenster in Passivhausqualität sorgen für hohen Wohnkomfort und beste Energieeffizienz. Liebevoll ausgearbeitete Details an Türstöcken und Fensterleibungen zeigen die durchgängige Wertschätzung für den Baustoff Holz – von der Planung bis zur Ausführung.
Getragen von Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und großem Engagement aller Beteiligten – Bauherren, Architektin und Ausführende – konnte ein Ergebnis von bemerkenswerter Feinheit und Konsequenz verwirklicht werden.
Das Projekt belegt, dass im alpinen Zweitwohnsitzgebiet auf Überzeichnung und Kitsch verzichtet werden kann, ohne dabei Komfort, Qualität und Großzügigkeit einzubüßen.
Die Details der Türstöcke und Fensterleibungen sind liebevoll ausgedacht und umgesetzt, ein wertschätzender Umgang mit dem Baustoff Holz zieht sich von der Planung bis zur handwerklichen Ausführung durch.
Vertrauen, Wertschätzung, und Einsatzfreude beim Meistern der Herausforderung haben in der Zusammenarbeit aller Beteiligten, von den Bauherren über ArchitekƟn bis zu den Ausführenden, ein Ergebnis in dieser Feinheit und Konsequenz ermöglicht.
Das Projekt zeigt, dass beim Bauen im alpinen Zweitwohnsitzgebiet ganz auf Protz und Kitsch verzichtet werden kann, ohne auf höchsten Komfort und Großartigkeit zu verzichten.
Um- und Zubau
Fertigstellung: 2021
BGF: 280 m²
Holzbau: BAU & HOLZBAU Gottfried Guster GmbH
Bauphysik: DI Gerhild Stosch Meng